Smarter Sommertag: EnergieCluster Digitales Lübeck stellt Digitalangebote mit Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger vor

Die Hansestadt Lübeck ist auf dem Weg zu einer Smart City. Immer mehr digitale Anwendungen erleichtern den Bürgerinnen und Bürger den Alltag. Grund genug für das EnergieCluster Digitales Lübeck am 24. Juni 2022, dem diesjährigen Digitaltag, das smarte digitale Lübeck und die nützlichen Angebote zu präsentieren: Im Live-Stream der Lübecker Nachrichten und im Rahmen einer Mini-Messe vor Ort unter den Rathausarkaden auf dem Marktplatz in der Lübecker Altstadt. Motto: Ein smarter Sommertag in Lübeck.

Um 10.30h startete die Projekte-Show: Die Mitglieder des EnergieCluster Digitales Lübeck präsentierten ihr Digitalaktivitäten live auf der Bühne und im Facebook-Stream bei LN online und den Internetseiten des Vereins. Moderiert wurde diese Veranstaltung vom Medienkoordinator des Vereins Thomas Waldner.

Eröffnung der Projekteshow: https://youtu.be/h_rgB1u1uT0

Stadtwerke Lübeck: Glasfaser in Lübeck: https://youtu.be/I2LXBGnxBDo

TH Lübeck: Modul „Integrierte Stadtplanung“ und Messe „Kluge Stadt“: https://youtu.be/vXXrCT3xuDE

Media Click: Datenschutz & Webshops: https://youtu.be/-G3H6JUvkwE

FAW: Digitale Bildung: https://youtu.be/ltt_yol-Uq0

Um 11.30 Uhr kam es dann zu einer Premiere: Smart City Beats Lübeck. Ein Projekt des Lübecker Künstlers und Digitalexperten Fabian Bade. Smart City Beats Lübeck will Geräusche der Hansestadt, aber auch digitale Anwendungen und Daten in Töne und Bilder überführen und mit Popularmusik verbinden. Ziel: die digitale, smarte intelligent-vernetze Hansestadt innovativ und unterhaltsam zum Klingen bringen. Unterstützung gab es bei der Premiere von der Hamburger Soulsängerin Miu.

Sehen Sie hier das Interview zum Projekt Smart City Beats Lübeck: https://youtu.be/h8b-o3JVfn8

Ab 12.00 Uhr übernahmen dann die Moderatoren Jan Wulf und Lars Fetköter von den Lübecker Nachrichten. Sie sprachen mit zahlreichen Gästen auf der Bühne am Markt. Unter anderem dem Vorstandsvorsitzenden des Vereins, Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau, und seinem Vorstandskollegen Dr. Jens Meier, Geschäftsführer der Stadtwerke Lübeck Gruppe.  „Der Verein ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, die die Stadt attraktiver und smarter machen wollen. Gemeinsam werden dazu Ideen entwickelt und befördert. Im bundesweiten Vergleich steht Lübeck weit vorne, allerdings haben wir noch einen weiten Weg vor uns. Ein starker Anfang ist bereits geschafft durch den einstimmigen Beschluss der Bürgerschaft für eine digitale Strategie und durch die Zusammenarbeit im ECDHL“, so Lindenau.

Dr. Meier ergänzte: „Die Stadtwerke sind die Generalunternehmer der Stadt. Wir stellen die Infrastruktur zur Verfügung: Glasfaser und Plattformen. Wir erleben aktuell im Bereich der Energieversorgung was passiert, wenn man es über Jahre verschläft, sich unabhängig zu machen und rechtzeitig Strategien zu entwickeln. Das soll nicht noch einmal im Bereich der Digitalisierung passieren.“

Sehen Sie hier den Talk zum Status der digitalen Entwicklung der Hansestadt mit den Vorständen des Vereins. https://youtu.be/pcRe045ExN4

Das zweitstündige Hauptprogramm bot viele Informationen rund um die Digitalangebote der Hansestadt. Im Mittelpunkt steht die so genannte Smart City Plattform Lübeck. Sie wird erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Dr. Stefan Ivens, Chief Digital Officer der Hansestadt, und Jan Hedtfeld, Bereichsleiter Smart City Services bei der TraveKom erläutern, welchen Nutzen die Datenplattform den Bürgerinnen und Bürgern bringt. Stefan Ivens stellte heraus „Die Digitalisierung soll die Stadt lebenswerter machen: die Verwaltung wird modernisiert, Ressourcen nachhaltiger eingesetzt und der Wirtschaftsstandort dank Vernetzungen weiterentwickelt. Die Daten aus der Verwaltung werden transparenter. Die Smart City kann nur gemeinsam mit den Bürger:innen der Stadt entstehen.“

Jan Hedtfeld erläuterte die Funktionen der Smart City Plattform Lübecks: „Die Smart City Plattform wird hier in Lübeck gehostet. Lübecker Daten bleiben in Lübeck, damit Lübeck das weiß, was Lübeck weiß“. Wassertemperaturen, weitere Geo-Daten, Verkehrsfluss und Kulturangebote sind unter www.luebeck.de/digital abrufbar.

Sehen Sie hier den Talk zur Smart City Plattform: https://youtu.be/zKeDhQFOBPU

Weiteres Thema war „Digitale Bildung und Datensouveränität“: Lisa Hack erläutert das Angebot des FabLabs, das als Werkstatt Digitalisierung zum Experimentieren bietet: „Das FabLab ist eine Hightech Werkstatt, die wir als eingetragener Verein betreiben. Zu uns kann jeder kommen mit seinen Projekten.“

Johannes Walz, Lehrer an der Albert-Schweizer-Schule, stellte dar, wie digitaler Unterricht konkret aussieht und wie “Maker Spaces” in den Schulen digitales Lernen und Erleben ermöglichen. Er berichtete vom Projekt „Gestaltbar“, wo unter anderem 3-D-Drucker und eine Drohne den Schülern für eigene, kreative Projekte zur Verfügung stehen: „Das Angebot wird von den Schülern sehr gut angenommen, sie verbringen für ihre Projekte sogar ihre Freizeit in der Schule. Das erhöht die Identifikation mit der Schule enorm. Digitale Projekte sind auch für die Lehrer spannende Herausforderungen, bei denen gemeinsam mit den Schülern Probleme gelöst werden müssen, man riskiert, dass auch mal etwas nicht funktioniert und aus Fehlern gelernt wird. Das erfordert Mut.“

Tobias Stahl vom Bereich Schule und Sport der Hansestadt Lübeck gab zusammen mit Jenny Scharfe aus der Medienwerkstatt der Stadtwerke Lübeck einen Überblick, wie weit die Digitalisierung in den Schulen der Hansestadt vorangeschritten ist und welche nächsten Projekte anstehen.  Jenny Scharfe: „Seit Präsenzunterricht wieder möglich ist, ist die Medienwerkstatt ausgebucht.  Immer wenn ein neues Gerät an die Schule kommt, gibt es eine technische Einführung. Jede Lehrkraft kann teilnehmen. Zusätzlich sammeln wir Feedback, wo Bedarf für weitere Schulungen besteht.“

Tobias Stahl ergänzte: „Digitaler Unterricht hat viele Facetten. Aus Schulträgersicht ist es wichtig, die Professionalisierung hoch zu halten. Die technische Ausstattung muss stadtweit identisch sein. Der Personal-, sowie der Chipmangel stellen ein akutes Problem dar. Die Bereitschaft zu digitaler Arbeit hat sich in den letzten 3 Jahren extrem gewandelt. Viele Schulen haben medienpädagogische Konzepte erarbeitet, die Bereitschaft für digitalen Unterricht ist in den Kollegien sehr hoch. Damit ist gemeint, dass in jedem einzelnen Fach kleinere Häppchen digital unterstützt unterrichtet werden.

Sehen Sie hier den Talk zur Digitalen Bildung https://youtu.be/5kwOUUWra14

Zu Fragen des sicheren und souveränen Umgangs mit Daten bezog Sandra Claudy aus der Stabsstelle Digitalisierung, Organisation und Strategie der Hansestadt Lübeck Stellung. und Bürger. „Wir zeigen an drei Beispielen die Datenströme transparent auf. Wohin gehen meine Daten bei einer Ummeldung, wenn ein Kind geboren wird und in einer sozialen Notlage, wenn ich mich arbeitslos melde.“

Prof. Moreen Heine und Prof. Christian Herzog von der Universität zu Lübeck ergänzen mit wissenschaftlichen Einschätzungen zum Datenschutz und äußern sich zu ethischen Fragen zur Digitalisierung. Prof. Moreen Heine betonte: „Digitale Souveränität ist relevant, sobald wir uns in digitaler Umwelt bewegen. Mein Fokus liegt auf den digitalen Diensten der öffentlichen Verwaltung. Wir wünschen uns bequeme Dienste auf Knopfdruck, ohne Konsequenzen und Folgen hinsichtlich der Datensicherheit bedenken zu müssen. Die öffentliche Verwaltung dient dem Gemeinwohl. Daher besteht hier die Chance, dass öffentliche Verwaltungen vorangehen und zeigen können, wie man mit Daten umgehen kann.“

Prof. Christian Herzog ergänzte: „Unsere Aufgabe ist es ganz konkret mitzugestalten, wie sich eine ethisch verantwortungsvolle Digitalisierung in der Praxis umsetzen lässt.“

Sehen hier den Talk zur Digitalen Souveränität: https://youtu.be/5YRfVUh1leU

Das EnergieCluster Digitales Lübeck warf schließlich am “Smarten Sommertag” auch einen Blick über die Grenzen der Hansestadt Lübeck und fragte, wie die Digitalisierung die Ferien-Region an der Lübecker Bucht stärken kann. Im Talk äußern sich unter anderem Sven Partheil-Böhnke, Bürgermeister der Gemeinde Timmendorfer Strand, und Frank Denker, Geschäftsführer des Dehoga.  Sven Partheil-Böhnke: „Wenn Corona irgendetwas Gutes hervorgebracht hat, dann dass wir sehr viel schneller mit der Digitalisierung vorankommen. Wir schaffen digitalen Zugang für Bürger. Am stärksten frequentiert ist das Einwohnermeldeamt. Personalausweise können digital beantragt werden, die Bürger:innen müssen nicht mehr in die Verwaltung kommen. Unternehmen haben die Möglichkeit, Meldebescheinigungen online auszufüllen. Ziel ist es, in den nächsten fünf Jahren die Verwaltung vollständig zu digitalisieren.“

Frank Denker vom DEHOGA Lübeck betonte: „Aufgrund des aktuellen Fachkräftemangels bietet die Digitalisierung, trotz weniger Personal den Service aufrechtzuerhalten, z.B. das Einchecken im Hotel am Terminal oder in der Gastronomie, indem der Gast per App die Bestellung und Bezahlung übernimmt.

Christoph Schweizer, Geschäftsführer der TraveKom,  einem Unternehmen für digitale Dienstleistungen in der Stadtwerke Lübeck Gruppe ergänzte: „Zukünftig sollten mehr Angebote Regionen übergreifend angeboten werden, um nicht auf Dienste wie bspw. Google zugreifen zu müssen.“

Schließlich stand das Projekt „Social Smart City“ auf der Digitalveranstaltung des EnergieClusters im Fokus: Filiz Günsür ist seit dem 1. Juni 2022 Lübecks erste Social Smart City Managerin. Sie wird sich vorrangig darum kümmern, wie Digitalisierung Inklusion stärkt und zu mehr Teilhabe bei sozial benachteiligten Menschen führen kann. An der Diskussion zu diesem Thema nimmt auch die Geschäftsführerin der Vorwerker Diakonie, Johanne Hannemann, teil. Filiz Günsür betonte „Eine Social Smart City befördert Inklusion und Teilhabe von Kindern, Senioren, Menschen mit Behinderung oder anderen speziellen Bedürfnissen im Rahmen einer vernetzten Stadt. Ziel ist es durch Onlineverbesserungen mehr Chancengleichheit zu schaffen und Zugangsbarrieren abzubauen.“

Johanne Hannemann bezog Stellung zur Digitalisierung: „Einer unserer Kernbereiche ist die Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung. Digitale Anwendungen können Menschen, die nicht sprechen können, Kommunikation und digitale Teilhabe ermöglichen, bspw. durch spezielle Tablets, die mit Augenbewegungen gesteuert werden können. Mithilfe wissenschaftlicher Begleitung führen wir auch Roboter in Seniorenheimen ein. In Zeiten von Fachkräftemangel ist die Digitalisierung eine große Unterstützung, z.B. bei Reinigung oder sprachunterstützter Dokumentation der Pflege.“

Zum Abschluss des fast vierstündigen Programms „Smarter Sommertag“ vom EnergieCluster Digitales Lübeck gab es noch eine Zugabe von Miu mit den Smart City Lübeck Beats. Gespielt wurde das Lied „The Reminder“, ein Lied gegen das Vergessen.

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