LoRaWAN Funknetz

LoRaWAN-Luebeck
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Die intelligente Stadt der Zukunft reagiert dynamisch auf die Bedürfnisse ihrer Bürgerinnen und Bürger:


  • Die Straßenlaterne, die immer nur dann mit voller Helligkeit leuchtet wenn auch ein Auto oder Fußgänger in der Nähe ist
  • Die Ampel, die verlängerte Grünphasen ermöglicht immer dann wenn der Verkehrsfluss aus einer Richtung besonders stark ist
  • Die Brücke, die rechtzeitig meldet wenn kleinere Wartungsarbeiten fällig werden bevor es zu spät ist und die ganze Brücke erneuert werden muss
  • Die öffentlichen Abfalleimer und Container, die niemals überquellen, weil sie rechtzeitig das Signal zur Leerung absetzen wenn ein bestimmter Füllstand erreicht ist
  • Die Parklücke am Straßenrand, die funkt ob sie gerade frei oder belegt ist
  • Usw.

Was aktuell noch nach Zukunftsmusik klingt ist technisch längst möglich. Bisher war es schlicht zu teuer die oben genannten Szenarien flächendeckend umzusetzen. Mit einer Funknetztechnik die mit einer Antenne – im Gegensatz zum WLAN – kilometerweite Strecken abdeckt, lassen sich die oben genannten Anwendungen kostengünstig umsetzen.

Die technische Basis: LoRaWAN („long range wide area network“). Hierbei handelt es ich um einen lizenzfreien Funkstandard, den die Stadtwerke in Lübeck installiert haben. Aktuell stehen 5 Antennen („Gateways“), die das gesamte Stadtgebiet bis nach Travemünde öberflächig bereits abdecken.

Die entsprechenden Sensoren sind günstig, einfach zu installieren und benötigen in der Regel keinen Anschluss an das Stromnetz. Die batteriebetriebenen Geräte sind so sparsam im Verbrauch, dass die Batterie erst nach vielen Jahren gewechselt werden muss.

Im EnergieCluster digitales Lübeck werden Ideen entwickelt wie eine u.a. durch das LoRa-Funknetz vernetzte Stadt die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger Lübecks erhöhen kann.

Die Dräger AG und die TraveKom Lübeck leisten einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung. In Kooperation mit der Hansestadt testen beide Unternehmen mobile Applikationen über das Funknetz LoRaWAN .

Dr. Oliver Harnack, Projektleiter bei Dräger, beschreibt den Fortschritt in den vier Bereichen:
„Das erste Thema ist schon am weitesten: die Gasmesstechnik. Wir hatten die Idee, die Entsorgungsbetriebe Lübeck zu fragen, ob wir bei dem Thema zusammenarbeiten. Alle waren sehr kooperativ. Wir haben im März drei verschiedene Gasmessgeräte an einem Sperrmüll-Fahrzeug angebracht. Dieses Fahrzeug fährt potenziell an jeden Ort der Stadt, hat pro Tag im Schnitt 50 Stellen, an denen es Sperrmüll einsammelt. Das ist ideal, weil er in alle Stadtbezirke kommt.

Jetzt wollen wir auch ein Müllfahrzeug ausrüsten, das in einem begrenzten Innenstadt-Bezirk die Tonnen leert. Damit können wir genauere Daten über den Bezirk gewinnen. Wir sammeln möglichst viele Daten, unser Ziel ist, eine Luftbelastungskarte für die ganze Stadt daraus zu erstellen. Den Sommer über wollen wir weiter Daten sammeln, auch von heißen Tagen, um dann ein möglichst genaues Bild zu haben. Eine genaue Karte wollen wir im Herbst vorstellen. Die Auswertung der Daten kann auch für Stadtplaner und Verkehrsplaner wichtig sein: wo kann ich gut bauen, welche Ampel muss ich anders schalten etc.“

Ralf Brendle, Projektleiter bei der Netz Lübeck, erläutert die Wirkungsweise des Internet-of-Things-Projekts:
„Es hat den großen Vorteil, die Daten sehr vieler kleiner Sensoren und Aktoren mit kleinem Datenvolumen voll verschlüsselt gleichzeitig übertragen zu können. Der Server zur Verarbeitung dieser Daten steht bei uns im Rechenzentrum der Stadtwerke. LoRaWan bietet uns die Chance, viele neue Ideen zusammenzuführen. Wir können mit unseren LoRaWAN Gateways das gesamte Stadtgebiet abdecken, wobei die Sendeleistung sehr gering ist, nur etwa ein Hundertstel der Sendeleistung eines Handys. Im nächsten Schritt wollen wir auch die Fahrgastanzeiger der Bushaltestellen mit weiteren Umweltmess- und anderen IoT Sensoren ausstatten. Die Messergebnisse über Luftqualität und Wetterdaten wollen wir später auf die App „Mein Lübeck“ stellen, aber auch Stadtplanern und Verkehrsplanern zur Verfügung stellen. Andere Beispiele: Auch die Luftqualität in Kitas oder die Pegelstände der Trave können durch moderne IoT Sensoren über das LoRaWan-Netz übertragen werden.“

Auch die Lübecker Nachrichten berichteten am 23. Juni 2019 darüber:
https://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Muellwagen-messen-die-Luftqualitaet-in-Luebeck-mit-Draeger-Technik