Hoher Besuch auf der Messe it-for-business in der Gollan-Werft

Die baltischen Staaten sind Vorreiter bei der Digitalisierung in Europa. Deshalb war es eine Ehre, dass Lettlands Staatspräsident Eglis Levits die führende IT-Messe im Norden it-for-business, veranstaltet von der IHK Schleswig-Holstein, dieses Jahr in Lübeck eröffnete. Und eher spontan kam es auch zu einem Besuch an unserem Messestand. Wir hatten die Möglichkeit, Lettlands Präsidenten über die Digitalisierung zu informieren. Das kam überraschend und bescherte uns viel Freude.

Der Vorstandsvorsitzende, Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau, nutze die Gelegenheit zusammen mit dem Lübecks Chief Digital Officer Sr. Stefan Ivens, dem lettischen Staatspräsidenten den Weg Lübecks zur intelligent vernetzten Smart City zu präsentieren. Ein Thema war die Datenmessung in der Stadt und die CO2-Sensorik in den Schulen.

In seiner Eröffnungsrede stellte Präsident Levits heraus, dass die Pandemie den Zusammenhalt in der Gesellschaft gestärkt habe: „Wir erleben eine Blütezeit der Digitalisierung, die hoffentlich anhält“, so Levits. Natürlich blickte Lettlands Staatspräsident auch auf den Krieg in der Ukraine. „Es ist ein globaler Konflikt. Es geht um die Verteidigung der Demokratie und den Kampf gegen den Totalitarismus des 19. Jahrhunderst. Und es hat natürlich auch einen Bezug zur Digitalisierung, zum Beispiel bei der Waffentechnologie, Cyber Security ein besonders wichtiges Thema.“

Thilo Rohlfs, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein, gestand ein, dass die baltische Staaten Deutschland in Sachen Digitalisierung weit voraus seien. Deutschland müsse eine Schippe zulegen. „Es gibt aber auch Felder, wo wir in Schleswig-Holstein uns international inzwischen gut positionieren: zum Beispiel bei der Künstlichen Intelligenz mit dem Schwerpunkt Medizintechnik unter Federführung der Universität zu Lübeck.“

Reinhold Schneider, Präsident Deutsch-Baltischen Handelskammer, erläuterte auf der Eröffnungsveranstaltung der it-for-business, warum das Baltikum bei der Digitalisierung die Nase vorne hat: „Nach dem Zerfall der Sowjetunion galt es schnell eine neue Behördenstruktur aufzubauen. Dieser Prozess wurde von Anfang an digital umgesetzt. Wir hatten einen Plan und haben es zur Chefsache gemacht. Erst wurden die Behörden digitalisiert, dann die Wirtschaft und schließlich auch die Infrastruktur.“

Stefan Stengel, Initiator der Messe it-for-business, die nunmehr seit über 10 Jahren stattfindet, und Vorsitzender Arbeitskreis ITK & Digitalisierung der IHK zu Lübeck, unserem Vereinsmitglied, ist, gab den Hinweis: „Nicht wenige Unternehmen tun sich immer noch schwer, neue Technologien einzusetzen. Dabei geht es nicht immer nur um Technik, es geht um die positive Einstellung, das richtige Mindset. Das fehlt leider noch an vielen Stellen.“

Taavi Rõivas, Vorstandsvorsitzender Auve Tech, und ehemaliger Ministerpräsident Estlands präsentierte die Digitalisierung seines Heimatlandes: Die elektronische Wahl gibt es seit über 15 Jahren. Seit fast 30 Jahren ist es möglich, die Steuererklärung abzugeben: „Nur eines geht digital bei uns in Estland immer noch immer nicht: Heiraten“, erläuterte Roivas schmunzelnd dem Publikum.

Zahlreiche unserer Mitglieder waren als Aussteller:innen und Besucher:innen auf der Messe dabei. In der Geschäftsstelle zogen wir ein positives Fazit unseres Messeauftritts: „Wir haben wirklich gute Gespräche geführt und hochwertige Kontakte geknüpft – auch auf internationaler Ebene. Interesse von Geschäftspartner:innen aus Estland gab es zum Beispiel bei den Themen Start Ups und Energiewirtschaft“, berichtete Silvana Rössing, Projektmanagerin bei ECDHL.

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