Digitale Projektideen für junge Singles, über Familien bis hin zu Senioren – Reger Austausch beim Workshop Smarte Wirtschaft

 

Wo steht Lübeck auf dem Weg zur Smart City? Das war das Thema eines Online-Workshops der Hansestadt Lübeck in Kooperation mit dem Verein EnergieCluster Digitales Lübeck am 15. Februar 2022. Zwei Schwerpunkte hatte die dreistündige Veranstaltung: Die Teilnehmenden erhielten einen Überblick über die Strategieentwicklung und Partizipationsmöglichkeiten in der Smart City Region Lübeck und konnten in vier break out sessions eigene Projektideen mit Blick auf spezifische Zielgruppen entwickeln.

Zu Beginn begrüßte Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau die 26 Teilnehmenden und betonte, dass Transparenz im Rahmenkonzept der Digitalen Strategie auf dem Weg zur  Smart City Lübeck eine große Bedeutung habe. Der Bund fördere mit rund 13 Millionen Euro die Entwicklung der Smart City. Viele weitere Gelder, bereitgestellt durch den städtischen Haushalt auf Basis eines Beschlusses der Bürgerschaft, weitere Förderprogramme von Bund und Land sowie nicht unerhebliche Mittel von Stiftungen und Projektpartnerschaften kämen im zweistelligen Millionenbereich hinzu. „Smart City mehr ist mehr als Technik und Digitalisierung. Es geht um die Stadtentwicklung für zukünftige Generationen. Wir sind auf einem guten Weg zu einer lebenswerten, digital vernetzten Hansestadt“, sagte der Lübecker Bürgermeister.

Dr. Stefan Ivens, Chief Digital Officer der Hansestadt Lübeck, informierte über den aktuellen Status der Entwicklung der Digitalstrategie: „Partizipation ist uns sehr wichtig. Wir wollen die gesamte Stadtgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und die Bürger:innen mitnehmen und die Strategie sukzessive entwickeln. Der Workshop heute ist dabei von großer Bedeutung“, so Ivens.

Erste Digitalprojekte sind bereits in der konkreten Umsetzung: Die Smart City Plattform ist in der Entwicklung, die Medienwerkstatt läuft erfolgreich, Parkplatz-Sensorik in Travemünde befindet sich im Testbetrieb und die digitale Messung des Verkehrsflusses im Bereich Fackenburger Allee ist ebenfalls am Start. Ein weiteres großes Projekt ist das digitale Kulturwerk Lübeck. Hier geht es unter anderem um ein begehbares 3-D-Modell der Stadt.

„Die erste Förderphase läuft. Die Weiterentwicklung der Strategie ist sehr wichtig, um in die 2. Förderphase zu kommen. Bei allem, was wir entwickeln und umsetzen, ist eines von höchster Bedeutung: Der Mensch steht im Mittelpunkt. Die digitale Technik soll ihm dienen und einen Mehrwert bieten“, so Ivens.

Linda Schütt, Changemanagerin der Hansestadt, erläuterte das Beteiligungskonzept der Digitalstrategie der Hansestadt. Das Handlungsfeld Partizipation ist die Basis der Digitalen Strategie. Besonderes Augenmerk gilt den „leisen“ Zielgruppen, die der Digitalisierung ferner stehen. Bei der Strategieentwicklung will man an erfolgreiche Beteiligungsformate wie „Lübeck Übermorgen“ und die Stadtteilkonferenzen anschließen.

„Ein weiterer Meilenstein ist die Einrichtung des Beirats Lübeck Digital. Jetzt werden die Bewerbungseingänge aus allen Interessensgruppen in Lübeck ausgewertet und die Auslosung vorbereitet. Wir freuen uns sehr, dass eine paritätische, geschlechtergerechte Besetzung möglich sein wird“, so Schütt.

Sabrina Eßer, seit 1. November 2021 Smart City Managerin bei der Hansestadt, stellte heraus, dass die beiden obersten Ziele der Digitalisierung sind, die Lebensqualität in der Hansestadt weiter zu erhöhen und den Wirtschaftsstandort zu stärken. Im Rahmen der Strategieentwicklung werden jetzt zurzeit die Zielgruppen fixiert. „Wir fragen ‚Wen‘ und ‚Warum‘? Wenn wir diese Antworten haben, erarbeiten wir passgenau ein Kommunikationskonzept und setzen dieses um,“ erläutert Eßer.

 

Nach dem Überblick gab es in vier break out sessions die Möglichkeit, genauer die digitalen Bedarfe von Zielgruppen zu fixieren.

Im Workshop “Eric” wurde der Blick auf Familien mit Kindern gerichtet, die gerade in Lübeck ankommen. Diese Zielpersonen suchen Orientierung und Freizeit- und Mobilitätsmöglichkeiten. Zunächst gelte es die spezifischen Anforderungen dieser attraktiven Zielgruppe zu fixieren, entsprechende Angebote, die der Markt schon bietet, zu betrachten und auch Google-Daten ggf. einzubinden. Ein erster „Testballon“ könne dann starten. Das lokale, auf Stadtteile spezifizierte Lübecker Angebot für junge Familien sollte sich darauf fokussieren, das Ankommen einfacher zu machen. Metaverse gilt es zu berücksichtigen.

Im Workshop „Malte“ stand die Zielgruppe „Junge Singles“ im Mittelpunkt. Hier wurde ausführlich über eine Mobilitätsplattform diskutiert, die alle Angebote bündelt und ihre Buchung individuell in Echtzeit und bargeldlos möglich macht. Aber auch Freizeitangebote oder individuelle Services wie Umweltdaten-Messungen im heimischen Bereich könnten interessant sein. Zu Beginn ist auch hier eine Marktanalyse relevant. Die Stadtwerke könnten als Partnerin bei der Umsetzung helfen.

In der break out session „Tina“ war die Zielperson die aktive, alleinstehende Seniorin. Ihr Interesse reicht von Kontaktmöglichkeiten über gesundheitliche Hilfe und Angebote bis hin zu Freizeitoptionen. Das Modell „Leihoma“ könnte wichtig sein. Auf jeden Fall geht es darum, „digitale Knotenpunkte“ in den Stadtteilen wie die Nachbarschaftsbüros oder Seniorentreffs zu nutzen. Die Zielgruppe selbst sollte an der Entwicklung beteiligt werden. Gute Partner:innen dieses Projekts könnten die TraveKom, der Seniorenbeirat, VHS, Wohlfahrtsverbände und auch die IHK sein.

In der break out session „Smarte Wirtschaft“ wurde zunächst die Zielgruppe „Wirtschaft“ bestimmt: Alle gewerblichen Betriebe, die im Sinne der smarten Wirtschaft betroffen sind, stehen im Mittelpunkt. Mehrwertdienste für Gewerbetreibende sowie kleine und mittlere Unternehmen z.B. haben eine hohe Bedeutung. Gleiches gilt für die digitalen Dienstleistungen der Stadt. Diese gelte es noch sichtbarer zu machen. Messkriterien für den Fortschritt im Bereich der smarten Wirtschaft wurden definiert.  Ein Fahrplan soll entwickelt und der regelmäßige Austausch in dieser Sache fortgesetzt werden, um möglichst schnell zu einem einheitlichen Konzept zu kommen.

 

Lübeck CDO Dr. Stefan Ivens bedankte sich abschließend bei allen Beteiligten für die rege Teilnahme am Smart-City-Workshop und freut sich auf den weiteren Austausch.

 

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